Ich bin ja begeistert daß die Trockenbaufirma Personal für die Behebungsarbeiten auch am Weihnachtstag gefunden hat. Aber zwischen Freude und Begeisterung gibt es Unterschiede, hoffte auf wenigstens einen terminfreien Tag, und jetzt stehe ich um 9Uhr auf der Baustelle.
Aber gut, wer A sagt… Immerhin, noch am 11.12. habe ich die Mängel am Trockenbau festgestellt, und heute ist es schon möglich die Dampfbremse abzunehmen. Die serbische Baufirma hat Wort gehalten, 6-8 Mann haben die letzten Tage eine zusätzliche Dampfbremse auf die schon fertige Gipskartonlage verklebt. Heute noch kann eine Lage Gipskartonplatten verschraubt und verspachtelt werden. Und der Bauherr kann den Jahreswechsel unerwartet doch noch in seinem Haus verbringen…
Das Problem war folgendes: In der Fläche dürfte die Dampfsperre in Ordnung sein, nur hat der Trockenbauer „vergessen“ diese an die Wände und Böden anzuschließen. Und bei den Gaubenseitenwänden wurde auf die Dampfbremse überhaupt vergessen, die Folgen waren noch während der Bauarbeiten -glücklicherweise- zu bemerken. Schimmelpilzbefall durch Tauwasser, in Folge von „konvektiven Wärmebrücken“ (Undichtheiten durch Luftströmung, bspw. durch die nicht luftdicht angebundenen Steckdosen, E-Verkabelung) und aber auch durch die fehlende Dampfbremse bei den Gaubenwänden! Verstärkt wurde das Problem durch die Montage einer Dampfbremse im äußeren, kalten Bereich, statt diese innen anzubringen… Die von mir angeordneten Schauöffnungen zeigten prompt bei allen 6 Gaubenwänden Schimmelbefall! (Siehe Bilder) Vorige Woche gab es Gespräche mit dem Bauherren und der mängelverursachenden Baufirma, der Bauherr wollte natürlich nicht nur die Fehler erkannt haben, sondern auch die Möglichkeiten zur Behebung. Die Möglichkeiten waren durch die fehlerhafte „Luftdichtheitsebene“ eingeschränkt, jede einzelne aufwändig:
  • Variante 1 – Sämtliche An- und Abschlüsse sowie Durchdringungen öffnen, neu verkleben der Dampfbremse, GKP. wieder schließen NACHTEIL: Keine Kontrolle über die Dampfbremse i.d.Fläche, Beschädigungsrisiko durch den Abbruch, wenig fehlerverzeihendes Sanierungssystem VORTEIL: Geringe Materialkosten, günstigste Variante
  • Variante 2 – Über den gesamten Trockenbau (nur Leichtbauwände- und Decken) verlegen einer Dampfbremse, darüber neue Gipskartonlage NACHTEIL: Dampfbremse liegt zwischen den Gipskartonplatten, spätere Durchdringungen (Steckdosen, Dübelungen …) müssen sorgfältig ausgeführt werden. Hohe Materialkosten, etwas höhere Lohnkosten (Zu Var.1) VORTEIL: Kontrolle über die gesamte Dampfbremslage durch völlige Erneuerung
  • Variante 3 – Gesamte Gipskartonbeplankung demontieren, Dampfbremse prüfen, Fehlstellen erneuern, neue Beplankung, 2 Lagen NACHTEIL: Größter Sanierungsaufwand, Zeit- und materialintensiv VORTEIL: Kontrolle über Dampfbremslage in allen Details, Installationsebene einbaubar – optimale Lösung wie „Stand der Technik“
Grundsätzlich muss der Bauherr schnell fertig werden, ich habe über alle Vor- und Nachteile aufgeklärt und der Bauherr läßt dem Auftragnehmer freie Wahl. Grundsätzlich kann vom Auftragnehmer auch nur die Variante 1 und 2 verlangt werden. Gemacht wird Variante 2, und es gibt zwar noch einige Bereiche welche nachgebessert werden müssen, aber ich denke ich kann meinen Weihnachtstag nun beginnen. Meine Frau muss Geschenke verpacken und ich die Kinder beschäftigen…

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